Private Portfolio-Dokumentation · Kassel

Das Rickmersche
Portfolio

Ein global diversifizierter ETF-Sparplan mit gezielter Regionen-Steuerung, deutschen Anbietern und physischem Gold — festgeschrieben als dauerhaftes Regelwerk.

100 %Gewichtung
16Positionen
50Länder
78 %Industrieländer
19 %Schwellenländer
3 %Gold
I Die Welt in Gold

Wohin jeder Euro fließt

Jedes golden markierte Land ist über mindestens einen Baustein des Sparplans im Portfolio vertreten. Der Prozentwert gibt an, welcher Anteil der monatlichen Sparrate — über alle sechzehn Positionen hinweg verrechnet — auf dieses Land entfällt. Da einzelne Länder in mehreren ETFs enthalten sind (Japan etwa im Japan-ETF und im World ex USA), wurden die Index-Ländergewichte mit der jeweiligen Sparrate multipliziert und aufsummiert.

Länderanteile an der Sparrate

Methodik: gerundete Näherungswerte auf Basis der Index-Ländergewichte (Stand Juni 2026). Die Gewichte innerhalb der Indizes verschieben sich laufend mit den Marktkapitalisierungen; die Karte zeigt die Größenordnung, keine tagesaktuelle Messung. Gold (3 %) ist keinem Land zugeordnet — die Länderwerte summieren sich daher auf 97 %.

II Allokation

Zwei Blickwinkel auf dieselbe Sparrate

Nach Weltregionen

    Nach Marktreife

      III Die Bausteine

      Sechzehn Positionen, ein Regelwerk

      Fünfzehn ETFs und ein Gold-ETC, jeden Monat in unverändertem Verhältnis bespart. Die Spalte rechts zeigt den Anteil jeder Position an der monatlichen Sparrate.

      PositionISINAbgedeckte Länder / RegionAnteil an der Sparrate
      Summe100 %
      IV Begründung

      Warum diese Aufteilung

      Regionen statt Blackbox

      Ein einzelner Welt-ETF gewichtet stur nach Marktkapitalisierung — die USA stellen dort rund zwei Drittel, ohne dass der Anleger eingreifen kann. Hier ist jede Region ein eigener Regler: die USA bewusst auf 30 % dosiert, die übrigen Industrieländer mit 36 % dagegen gestellt, Schwellenländer bis auf Länderebene (China, Indien, Korea, Malaysia) einzeln steuerbar.

      Doppelte Diversifikation

      USA und World ex USA ergeben zusammen den kompletten Industrieländer-Markt — nur eben in selbst gewählter Mischung. Die Schwellenländer sind in vier Regionalblöcke (Asien-Einzelländer, EM ex China, Lateinamerika, EMEA/GCC) zerlegt, sodass keine Weltgegend von der Entwicklung einer anderen verdeckt wird.

      Heimatmarkt in drei Stufen

      DAX, MDAX und SDAX bilden den deutschen Markt über alle Größenklassen ab — vom Weltkonzern bis zum Mittelständler. Zusammen mit den Deutschland-Anteilen in Stoxx 600 und World ex USA entfallen rund 7 % der Sparrate auf den Heimatmarkt.

      Kleine Raten, volle Struktur

      Die kleinste Position wiegt nur 1 % — da moderne Broker auch Kleinstsparraten ausführen, lässt sich die Struktur bereits mit geringen Monatsbeträgen vollständig abbilden und verlustfrei auf jede Sparsumme skalieren. Die Werkzeuge am Ende dieser Seite rechnen es vor.

      Der deutsche Anker: Anbieter mit Sitz im Inland

      Bewusste Grundsatzentscheidung dieses Portfolios ist die Bevorzugung deutscher Emittenten: Fünfzehn der sechzehn Bausteine stammen von Xtrackers, der ETF-Marke der DWS Group mit Sitz in Frankfurt am Main; das Gold wird von der Boerse Stuttgart Commodities GmbH emittiert und in Deutschland verwahrt. Die Überlegung dahinter: Wer über Jahrzehnte spart, bindet sich an die Rechts- und Einflusssphäre seines Produktanbieters. Ein Anbieter mit Hauptsitz, Aufsicht und Ansprechpartnern im eigenen Land reduziert die Abhängigkeit von ausländischen politischen Einflüssen — etwa Sanktionsregimen, Kapitalverkehrsbeschränkungen oder abstimmungspolitischen Vorgaben großer US-Vermögensverwalter — und hält Wertschöpfung, Steuersubstanz und Verantwortung im Inland.

      Transparenz-Vermerk

      Eine Ausnahme: Der SDAX-Baustein stammt von Amundi (Paris), da derzeit kein deutscher Anbieter einen SDAX-ETF auflegt. Er bleibt mit 1 % die kleinste mögliche Position, bis eine deutsche Alternative existiert.

      Fondsdomizile: Die Xtrackers-ETFs sind — branchenüblich — als UCITS-Sondervermögen in Luxemburg bzw. Irland aufgelegt. Verwaltung und Verantwortung liegen bei der deutschen DWS; das Sondervermögen ist auch im Insolvenzfall des Anbieters geschützt und unterliegt vollständig EU-Recht.

      V Der Anker

      EUWAX Gold II — Gold ohne Gegenpartei-Land

      Drei Prozent der Sparrate fließen in physisches Gold. Es ist die einzige Position ohne Länderzuordnung — und genau das ist ihre Aufgabe: ein Wertspeicher, der keiner Regierung, keiner Notenbank und keinem Aktienmarkt gehört.

      0,00 % laufende Kosten

      EUWAX Gold II erhebt laut Anbieter keine Verwaltungs- und keine Verwahrgebühren (TER 0,00 % p. a.). Während klassische Gold-ETCs Jahr für Jahr 0,1–0,6 % des Bestands abschöpfen, bleibt hier die gesamte Goldmenge erhalten — über Jahrzehnte ein erheblicher Unterschied.

      Physisch, in Deutschland verwahrt

      Jede Schuldverschreibung ist zu 100 % mit physischem Gold hinterlegt, gelagert im Hochsicherheitstresor der Börse Stuttgart — auf deutschem Boden, unter deutschem Recht. Kein Lagerort in London oder Zürich, keine fremde Jurisdiktion zwischen Sparer und Barren.

      Lieferanspruch & Steuerprofil

      Anleger haben einen Anspruch auf physische Auslieferung des Goldes. Gewinne aus physisch besicherten Gold-ETCs mit Lieferanspruch werden nach gefestigter BFH-Rechtsprechung wie Gewinne aus Barrengold behandelt: Nach mehr als zwölf Monaten Haltedauer bleiben sie regelmäßig steuerfrei (§ 23 EStG; keine Steuerberatung).

      VI Disziplin

      Kein Rebalancing — aus Prinzip

      Dieses Portfolio wird nicht rebalanciert. Regionen, die über Jahre stark laufen, wachsen im Depotbestand automatisch über ihre Sparplan-Quote hinaus — und genau das ist beabsichtigt: Gewinner werden nicht beschnitten. Wer die stärksten Positionen regelmäßig zurückstutzt, unterbricht den Zinseszins dort, wo er am kräftigsten arbeitet, löst vorzeitig Kapitalertragsteuer aus und produziert Transaktionskosten. Hier darf eine Region, die sich verzehnfacht, ihr volles Gewicht behalten.

      Die Disziplin wirkt in beide Richtungen: Auch die Sparraten bleiben unverändert. Performt eine Region herausragend, wird ihre Rate nicht erhöht — es wird also nicht teuren Kursen hinterhergekauft. Bricht eine Region ein, wird ihre Rate nicht gesenkt — es wird also auch nicht prozyklisch kapituliert. Die Einzahlungen folgen stur dem Regelwerk; nur die Märkte selbst verschieben die Gewichte.

      Bewusst in Kauf genommene Konsequenz: Die Bestands-Allokation entfernt sich mit den Jahren planmäßig von der Einzahlungs-Allokation dieser Seite. Die Tabelle oben beschreibt, wie gesät wird — nicht, wie die Ernte einmal verteilt sein wird.

      VII Werkzeug I

      Eigene Gewichtung entwerfen

      Verteilen Sie die sechzehn Bausteine nach Ihrer eigenen Überzeugung: Gewichte je Position eintragen (Summe 100 %), Sparsumme wählen — die Tabelle rechnet die monatlichen Raten centgenau und zusätzlich auf ganze Euro gerundet (Largest-Remainder-Verfahren, damit die Summe exakt aufgeht).

      PositionISINGewicht %centgenauganze €
      Summe

      VIII Werkzeug II

      Das Original auf Ihre Sparsumme übertragen

      Sie möchten exakt die Gewichtung des Rickmerschen Portfolios — nur mit Ihrer eigenen Sparsumme? Betrag eintragen, fertig: Die Tabelle zeigt für jede Position die monatliche Rate, centgenau und auf ganze Euro gerundet.

      PositionISINGewicht %centgenauganze €
      Summe100 %